Kopfbild 2000 Mastbau ( 1)

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Eine der schönsten Arbeiten war der Mastbau in Leistenbauweise mit Epoxyd-System von der Fa. van der Linden, die mir sehr geholfen haben, ohne sie groß drängeln zu müssen!

Links: Der Vorschlag von: van der Linden, den ich verwirklichte. Rechts: Alternativ wäre eine Segment-Konstruktion gewesen, die aber doppelt so schwer ausgefallen wäre. Material Kiefernleisten 2.500 x 14 x 14 mm, Durchmesser 200 mm, Wanddicke 14 mm, Länge 8,5 m, Verjüngung: 1,5 m auf 90 mm im Top.

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August 07 Saisonende05
1998-09-20 Gymnastik (2)1

Der Mast sollte so leicht sein, daß man ihn mit einer Jüt ohne Mastkran, stellen kann. Also nicht schwerer als ca. 60 kg. Vom Konstrukteur ist ein Vollholzmast mit 22 cm Durchmesser vorgesehen, nach oben verjüngend. Der wäre natürlich viel zu schwer. Bei acht Meter länge ein Kollos, der nur mit sechs Personen zu händeln wäre. Also kam nur eine gebaute hohle Konstruktion in Frage. Nach langem suchen wendete ich mich letztlich an die Fa. van der Linden, in Wesel, die mit Leichtbautechniken unter Verwndung von Epoxydharzen große Erfahrung hatte. Und tatsächlich schickte sie mir erst einmal eine Bauanleitung für einen Mast für Eissegler und dann noch einen Bauvorschlag für meine Wunschabmessungen. Mit 12 x 12 mm Kiefernleisten und Epoxyd Versiegelung innen und außen. Theoretisch war damit ein netto Gewicht von ca. 50 kg zu erreichen., ohne Beschläge.Dafür wurden 40 Leisten 12mm im Quadrat und 9 Meter lang benötigt. Die vorhandenen Fichtebretter konnte ich nach genauer Inspektion nicht verwenden, zu viele Äste, nicht schlicht genug. Also sah ich mich beim örtlichen Holzhändler um und siehe da, er konnte mir die Leisten in 14 x 14 mm und einer Länge von 2,5 m, liefern. Preis 648,- Euro für den ganzen Mast.  Um auf eine Rohlänge von 9 Metern zu kommen, mußte ich vier Leisten aneinander schäften und das 40 mal, die oberste Leiste wurde konusch zugehobelt, um eine Verjüngung zu erreichen. Am Top sollte ein Durchmesser von 90 mm entstehen. Außerdem schnitt ich alle Leisten beidseitig um einen mm mit der Kreissäge konisch zu, so daß der Radius jeder Leiste innen 12mm und außen 14 mm hatte. Die Wandstärke verblieb  14 mm. Für das Schäften machte ich mir eine Vorrichtung, so daß nich jeweils vier Leisten nebeneinander und zwei hintereinander schäften konnte. Ca 200 Leisten mußten auf diese Weise bearbeitet werden. Als Kleber wurde angedicktes Epoxydharz, von von der Linden, verwendet. Nebenbei richtete ich die Helling zur Aufnahme der Mallen für die Halbschalen her, die im Abstand von 50 cm aufgeschraubt wurden. Zum Ausrichten der Mallen in der Diagonalen und Horizontalen Richtung wand ich einen Trick der alten Griechen beim Tunnelbau an. Ich bohrte im Zentrum aller Mallen ein 3 mm Loch. Montierte  eine Taschenlampe hinter die erste Malle. Wenn ich das Licht auch im Loch der letzten Malle sehe, sind alle Mallen richtig ausgerichtet. Es wäre nämlich sehr schwer, mit meinen Mitteln eine Mallenbahn von 9 m Länge auf den Millimeter genau in allen Richtungen auszurichten. Auf dieser Mallenbahn werden nun zwei Halbschalen, durch aneinanderlegen und verleimen der nach innen konischen Leisten, hergestellt. Die Mallenbahn wird mit einer Hauhaltsfolie überzogen, daß die Leisten nicht festkleben und darüber die vorgebohrten Leisten mit Stahlstiften auf die Mallen geheftet. Die unvermeidlichen Fugen und Flanken werden mit angedicktem Epoxyd gefüllt. Nach einiger Übung ging das wunderbar. Noch perfekter gelang dann die zweite Halbschale. Die einzige Schwierigkeit lag in der Verjüngung des Mastes zum Top hin. Dafür mußte ich zusätzliche Passleisten einsetzen, weil das Vorhobeln doch nicht so paßgenau war. Das war allerdings nur bei den letzten drei Leisten erforderlich und später optisch nicht zu erkennen. Aufgenagelt wurde jeweils von außen nach innen, so daß ich eine einwandfreie Abschlußleiste an den Kanten der Halbschalen bekam, die ich zum Zusammenleimen benötigte. Bevor ich die Halbschalen vom Mallengerüst nahm, nachdem ich die nicht ganz eingeschlagenen Stifte entfernt hatte, hobelte ich das übertstehende Harz ab, so daß eine runde glatte Fläche entstand. Danach konnte ich kleine nicht ganz mit Harz gefüllte Stellen nacharbeiten. Jetzt konnte die Halbschale relativ einfach abgenommen werden. Für die zweite beginnt das Prozedere von vorne. Da schlägt das Herz natürlich höher, wenn man so ein Teilergebnis in der Hand hält. Man hat den Eindruck, daß es fast nichts wiegt. Die Halbschalen werden von innen gut geschliffen gründlich gewaschen, mit Epoxyd beschichtet, wieder geschliffen und mit einer Lage Gewebe 125 gr beschichtet. Nachdem die erforderlichen Verstärkungen von innen eingeleimt und die Öffnungen für die Fallen eingearbeitet waren, wurde alles noch einmal geschliffen und Epoxyd beschichtet. Alles sehr Arbeitsaufwendig, aber das Ergenis kann sich sehen lassen. Kein Wunder, daß so ein Mast über 20.000,- Euro bei einem Bootsbauer kostet. Alles laufende Gut wird innen geführt. Die Durchgänge sind alle extra verstärkt und mit doppelten Kastenrollen ausgestattet. Alle diese Arbeiten wurden vor dem Verleimen der beiden Halbschalen durchgeführt. Auch wurden vor der Verleimung Sorgleinen für die Fallen eingezogen. Die beiden Schalen wurden nun aufeinander gelegt, nachdem ich in einer  Hälfte der Schalen zwei Hilfsleisten geleimt hatte, die eine gute Führung gewährleisteten. Mit Schraubzwingen wurde dann ein leichter Anpressdruck erzeugt, nicht zu stark, um nicht zu viel Harz wieder herauszupressen. Natürlich hatte ich durch mehrmaliges Anpassen, mit den erforderlichen Nacharbeiten, eine relativ gute Passgenauigkeit erreicht. Das Ergebnis machte mich stolz. Besonders nach dem ich den kompletten Mast gehobelt und geschliffen hatte. Ich schätze, daß ich über 10 Stunden alleine für das Schleifen benötigte. Insgesamt für den Mast ca. 200 Stunden. Nachdem der Mast so vorbehandelt und der Mastfuß angeleimt war, wurde er wieder mit Epxyd-Harz beschichtet, geschliffen, abgewaschen und mit einmal Gewebe 125 gr. beschichtet und wieder drei mal mit Epoxy gestrichen. Eigentlich hatte ich vor, den Mast weiß zu lackieren. Nach diesem perfektem Ergebnis, kann er nun natur bleiben, ein Prachtstück! Auch in seinen Dimensionen beeindruckend und dennoch gut handelbar – noch ohne Beschläge! Ich konnte den Mast alleine tragen, also nicht mehr als ca. 40 kg. Nun folgten, wegen der UV-Beständigkeit noch 2 x 2K-Lack Anstriche. Heute, 2012, weiß ich, daß es mindestens 4 Lagen hätten sein müssen. Nach Montage der Beschläge, des stehenden und laufenden Gutes, wog er fast das Doppelte. Zum Transport sind mindestens 2-3 Personen erforderlich.

Und hier steht er nun, das erste Mal, der Mast, aufgeriggt auf der Molly.

Die “Molly” hat auf ihren vielen Reisen viele Bewunderer angezogen. In Holland ließen sich die Zaungäste im Hafen beim Einlaufen sogar zu kräftigem Beifallklatschen verleiten.  Am meisten haben sie jedoch den Mast bewundert, ... wie ich auch. Hinterher kann man es fast nicht mehr glauben, daß man das alles selbst und alleine gemacht hat, ich hatte ja keine Hilfe, ich war sehr froh und dankbar, daß Hedi ab und zu aufgeräumt und gesaugt hat,

 

 

 

 

.... und dafür hat sie sich fit gehalten.

Vielen Dank für die vielen schönen Stunden im Schafstall !!

Auf ein Neues, vielleicht für die “Anita”, möglich wäre das absolut.

 

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