|
Es waren spannende Wochen und Monate. Natürlich fuhr ich jeden Monat einmal nach Brouwershaven, immer ca. 600 km eine Strecke. Weil ich am Ball blieb, gab sich auch die Werft Mühe. Ich hatte ein sehr gutes Verhälnis zu den Bootsbauern, die, natürlich gegen Bezahlung, auf alle meine Wünsche eingingen. Einmal hatten sie das Deck 8 cm zu tief gelegt, das mußte wieder geändert werde. Auch die gebaute Sprayhood war mine Konstruktion. Von innen ließ ich das Boot dann ausschäumen, was sich zur halben Katstrophe auswuchs. Der Spezialist war keiner. Er brachte viel zu viel auf, was mich eine Heidenarbeit kostete, es wieder ab zu schaben, was sehr schwierig war. Isoliert hat es natürlich sehr gut. Mit Erne, Margarete und Hedi verbrachten wir dann zum Bauabschluß noch 4 Wochen Urlaub in Brouwershaven, was der Werft noch einmal mächtig Druck machte. Punktlich Anfang August wurde sie dann zu Wasser gelassen.
Insgesamt waren wir sehr, sehr zufrieden. Alle Sonderwünsche wurden klaglos erfüllt ... und hatten natürlich ihren Preis. Als wir das Schiff aus der Werft zum Hafen bugsierten, sprach mich ein Segler begeistert an. Was das für ein Schiff wäre, davon würde er schon lange träumen. Ob er auch ahnte, was so ein Traum kostete?
Ich hatte mich nämlich finanziell etwas überhoben, es kam eine berufliche Unsicherheit dazu und deshalb verkauften wir die “Anna L.” nach zwei Jahren wieder. Dennoch, es war eine sehr schöne Zeit, die ich nicht missen möchte
|