|
Auf 60 Jahre
segeln am Main, kann der Frankfurter Yachtclub im Jahr 2011 zurück blicken. Wir, Hedi und ich, blickten im Februar 1964 das erste mal auf das Gelände des Frankfurter Yachtclubs, bei einem Sonntagsspaziergang am Main. Wir wohnten damals ein halbes Jahr in Frankfurt und hatten es, von der Frankenallee aus, nicht weit über die Eisenbahnbrücke an das linke Mainufer nach Ffm-Niederrad. Otto Oetken hobelte an einem neuen Signalmast auf dem Clubgelände ... und wir sprachen ihn an. Das ist jetzt 47 Jahre her. Bereits 14 Tage später saß ich, zusammen mit Malermeister Helmut Vollberg, der spätere langjährige Takelmeister, zum ersten mal an einem Mittwoch Abend, im Fischerstübchen des Frankfurter Yachtclubs. Das war damals noch eine kleine Runde von sechs Leuten und einer Frau, Lotte Lust. Helmut und ich saßen am zweiten Tisch, des kleinen gemütlichen Raumes, der mit einem Ölofen geheizt wurde. Lotte Lust hatte einen Topf voll, etwas abgewandelten, Labskaus mitgebracht, der auf dem Ölofen aufgewärmt wurde, dazu gab es ein Spiegelei, einen Matjes und eine Saure Gurke. Helmut war nicht sehr gesprächig, wir sahen uns ja das erste mal. Wir hörten mehr auf die Unterhaltung des Nachbartisches. Nach Verzehr dieser überraschenden seemännischen Delikatesse, meinte Helmut: “Hier können wir bleiben, da gibt es etwas zu essen”. Und daran haben wir uns beide, zusammen mit unseren Frauen, fast 50 Jahre lang, gehalten. Leider ist Helmut, 10 Jahre älter als ich, letztes Jahr verstorben, seine Frau Gerda führt diese Tradition jedoch unbeirrt, wie auch in der Vergangenheit, weiter fort.
Natürlich hatten wir dann relativ schnell ein Boot, der/die erste Korsar-Jolle, gebraucht aus Offenbach. - Weil bereits drei Korsare vorhanden waren, Georg Stapelton, Walter Müller und Georg Dietz. Damit waren schon automatisch Freundschaften geschlossen und die Aufnahme in den s. g. inneren Kreis gesichert. Dazu mußten wir allerdings unser Auto verkaufen. Das machte nichts, Hauptsache ein Boot war da. Der EMU 1.
Und dann natürlich schnell aufs Wasser (1964 im Mai), zusammen mit Hedi. Und natürlich bei sehr unhandigem Wind, ... und es kam wie es kommen mußte, gleich beim ersten mal gingen wir in den Bach, im Mai, bei noch sehr kaltem Wetter und fast so kühlem Wasser. Hedi verlor dabei ihren Ehering, was “Gott sei Dank” für die Institution an sich, keine Folgen hatte, jedenfalls bis jetzt nicht. Sie ist sogar danach wieder mit mir gesegelt.
Im Mai 1964 eine ganz große Taufe mit Fanfarenchor und vielen Gästen. Es wurden, nach meiner Erinnerung über 10 Boote getauft, einschließlich des neuen Flaggenmastes. Im Rückblick betrachtet, war das wohl eines der wichtigen Jahre in der Entwicklung des Clubs.
.
|